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Unser täglicher Job ist es, die digitalen Schlüssel unserer Nutzer und Nutzerinnen zu schützen.  Aber auch nicht-technische Angriffe, wie zum Beispiel solche, die das Rechtssystem missbrauchen, können verheerend sein. Deshalb haben wir von Shift Crypto $10.000 an Defending BTC, via dem gemeinnützigen OpenSats Legal Defense Fund, gespendet. Dabei handelt es sich um Community-Kampagnen zur Deckung von Verteidigungskosten, um Open-Source-Entwickler und andere Bitcoiner vor missbräuchlichen Klagen zu schützen.

Auch du kannst Bitcoin helfen, indem du für den Verteidigungsfonds spendest. Alle Gelder, die nicht für die laufenden Klagen benötigt werden, werden für die Verteidigung gegen zukünftige Klagen verwendet. Wir haben diesen Blogbeitrag geschrieben, weil wir (i) glauben, dass jeder ermutigt werden sollte, für das einzutreten, was er für richtig hält, und (ii) weil wir dazu beitragen wollen, die Möglichkeiten zur Verteidigung von Bitcoin gegen solche Angriffe bekannter zu machen.

Der Rechtsstreit als Sicherheitslücke

Bitcoin sichert eine Menge Geld und ist wohl der größte "Honey-pot" für Hacker, den es je gab. Wem es gelingt, Bitcoin zu hacken, könnte mit Millionen oder Milliarden von Dollar davonkommen. Die Tatsache, dass Bitcoin selbst nie gehackt wurde, ist ein starkes Zeugnis für dessen Robustheit. Insgesamt ist Bitcoin sicher eines der kampferprobtesten Computernetzwerke aller Zeiten.

Aber Bitcoin ist nicht nur Computercode. Bitcoin ist auch frei und quelloffen. Bitcoin wird von Menschen kontinuierlich weiterentwickelt. Diese Aspekte sind leichter angreifbar als Kryptografie. Patent-Trolle können versuchen, Bitcoins Offenheit einzuschränken. Wenn genug Geld vorhanden ist, kann jede und jeder unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verklagt werden, um die Person für ihre Beteiligung an Bitcoin zu "bestrafen". Angriffe wie diese nutzen bestehende Rechtssysteme aus, in denen jeder, der über genügend Anwälte verfügt, seinen Zielpersonen einen enormen finanziellen Schaden zufügen und sie zwingen kann, sich jahrelang vor Gericht zu verteidigen, auch wenn es keine Chance gibt, den Fall jemals zu gewinnen.

Aktuelle Gerichtsverfahren

Craig Wright, der Mann, der auf die (vielfach widerlegte) Behauptung besteht, er sei Satoshi Nakamoto, tut genau das. Er verklagt zahlreiche Menschen, die mit Bitcoin zu tun haben und droht dabei diejenigen, die seine Sichtweise in Zweifel ziehen.

Das jüngste Beispiel ist seine Klage gegen Peter McCormack. Wright hatte McCormack wegen Verleumdung verklagt, nachdem der beliebte Podcaster ihn im Jahr 2019 als "Lügner" und "Betrüger" bezeichnet hatte. Coindesk schrieb: "Obwohl der Richter feststellte, dass die Kommentare von McCormack Wrights Ruf 'ernsthaft geschädigt' hatten, sprach er ihm nur einen nominellen Schadenersatz von einem britischen Pfund zu", vor allem weil Wright absichtlich falsches Beweismaterial vorgelegt hatte.

Wrights aktuelle Kampagne richtet sich nun gegen den pseudonymen Bitcoiner @Hodlonaut und ist noch extremer. Um Hodlonaut für einige Tweets zu verklagen, in denen er Wright als "Betrüger" bezeichnete, setzte er zunächst ein Kopfgeld für die Enttarnung von Hodlonauts wahrer Identität aus.

Laut dieser zeitlichen Aufstellung von Bitcoin Magazine hat im Mai 2019 "ein Privatdetektiv seinen Arbeitsplatz ausfindig gemacht und sich am Telefon als Polizeibeamter ausgegeben, um persönliche Daten/Kontaktinformationen zu erhalten". Hodlonaut wurde daraufhin in Großbritannien verklagt - wo Klagen wie diese ohne enorme Kosten nur schwer abzuwehren sind.

Hodlonaut reichte in Norwegen Klage gegen Wright ein, um vor Gericht festzustellen, dass "meine Tweets rechtmäßig waren, von der Wahrheit und der Meinungsfreiheit gedeckt sind und dass ich nicht verpflichtet bin, Wright Schadenersatz zu zahlen". Dieser Prozess beginnt heute in Oslo, Norwegen.

Das ganze Hin und Her ist absichtlich kompliziert. Greg Maxwell hat auf Reddit eine großartige (und mutige) Zusammenfassung der aktuellen Situation geschrieben und erklärt, warum sie eine ernsthafte Bedrohung für Bitcoin darstellt:

Die Karten sind enorm gegen Hodl und Wrights andere Ziele gestapelt: Wrights lächerliche Behauptungen über mehrere Länder hinweg hätten in einem summarischen Urteil abgewiesen werden können, wodurch die Prozesskosten auf Hunderttausende statt Millionen begrenzt worden wären - aber da er nichts zu verlieren hat, wird er jede Lüge erzählen, die nötig ist, um den Rechtsstreit so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Und da Wright seine Gegner unter Hunderttausenden von Dokumenten begraben hat (von denen ein erheblicher Prozentsatz Fälschungen sind), kann er die Prozesskosten leicht in die Millionen oder Zehnmillionen Dollar treiben.

Er kommt zu folgendem Schluss:

Der Betrug von Wright ist ein Angriff auf Bitcoin. Es handelt sich nicht um einen mutmaßlichen oder hypothetischen Angriff, sondern um einen realen, der bereits erheblichen Schaden angerichtet hat. Ich bin zuversichtlich, dass dies ein Angriff ist, den Bitcoin überleben wird, denn ich bin zuversichtlich, dass, wenn die Menschen aufstehen und kämpfen und nicht ewig darauf warten, dass er von der unsichtbaren Hand gelöst wird, ohne zu erkennen, dass jeder von uns die unsichtbare Hand ist. Darauf zu warten, dass er verschwindet, wurde schon ausprobiert und hat die Situation nur noch verschlimmert.

Um den aktuellen Prozess in Norwegen zu verfolgen, besuche defendingbtc.com.


Shift Crypto ist ein privates Unternehmen mit Sitz in Zürich, Schweiz. Unser Team aus Bitcoin-Entwicklern, Krypto-Experten und Sicherheitsingenieuren entwickelt Produkte, die unseren Kunden eine stressfreie Reise vom Anfänger zum Meister der Kryptowährung ermöglichen. Die BitBox02, unsere Hardware-Wallet der zweiten Generation, ermöglicht es den Nutzern, Bitcoin und andere Kryptowährungen zu speichern, zu schützen und mit Leichtigkeit zu handeln - zusammen mit der dazugehörigen Software, der BitBoxApp.